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Frauenpower bei der Bits & Pretzels in München

Fitness-Bloggerin Sophia Thiel und Jasmina Covic, die erste deutsche Spielerberaterin für weibliche Profi-Fußballerinnen, beim „Leading Ladies Talk“ von Networkerin Saina Bayatpour

Frauenpower bei der Bits & Pretzels! Das große Gründer-Festival der Startup-Szene kehrte Ende September für drei Tage an die Isar zurück. Am Montag, dem zweiten Tag der Veranstaltung, war der Vormittag fest in Frauenhand. Unter dem Motto „Leading Ladies Talk“ hatte Unternehmerin und Netzwerk-Expertin Saina Bayatpour erstmals zu einem Frühstück in den neuen „Famtain Member Club“ am Münchner Lenbachplatz geladen. Ein sportlicher Wind wehte durch die Veranstaltung, denn sie konnte als Star- und Talkgäste die Top-Fitness-Influencerin Sophia Thiel und Jasmina Covic, die erste deutsche Spielerberaterin für weibliche Profi-Fußballerinnen, begrüßen.

Leading Ladies Talk

Bits & Pretzels

©Süleyman Siki

Sophia Thiel widmete sich bei ihrem Vortrag dem Thema „Höhen, Tiefen, Widersprüche“ –und bekam viel Applaus von den Gästen, zu denen u.a. auch Moderatorin Carolin Henseler, Schauspielerin Stephanie Lexer, Ex-Kickboxerin Marie Lang, Networking-Expertin Christiane Wolff, zählten.

„Ich habe mich sehr über die Einladung, hier als Speakerin dabei zu sein, gefreut“, so Sophia Thiel. „Und auch darüber, über meine persönlichen Erfahrungen zu sprechen. Ich war fünf Jahre lang sehr aktiv im Fitness-Influencerbereich – und das waren fünf Jahre „Full Speed“ – habe mir dann aber eine fast zweijährige Auszeit genommen. Ich bin heute hier, um nicht nur über Stärken, sondern auch über Schwächen zu sprechen, denn diese sieht man meistens nicht in der Glitzerwelt von Social Media.“ Sie beschrieb ihre Reise als eine „Zugfahrt“: „Ich war damals eine 19-jährige Rosenheimerin und wusste überhaupt nicht, wo die Reise hingeht. Im Jahr 2012/2013 hatte ich das Bodybuilding für mich entdeckt, da ich immer mit meinem Körper und mit meinem Essverhalten zu kämpfen hatte. Ich nahm in kürzester Zeit 30 Kilo ab. Der Zug nahm also Fahrt auf und aus dem Moppelchen wurde ein Muskelpaket. 2019 kam der Zug aber dann zum Stehen. Ich hatte einen Burn-Out und habe mir gesagt: ‚Schluss, ich bin jetzt offline‘. Und das war die beste Entscheidung ever, denn ich habe in dieser Zeit viel über mich gelernt. Das Six Pack hat mich nicht glücklich gemacht. In meiner Zeit „offline“ habe ich sehr viel gelernt, u.a. auch mal das Handy auszuschalten, wenn ich mit meiner Familie oder mit Freunden zusammen bin. Seit 2020/21 verfolge ich einen neuen Ansatz und widme mich Themen wie mentaler Gesundheit, Depressionen und Essstörungen. Und ich verfalle heute auch nicht in Panik, wenn ich einmal keine Story poste. Ich habe mittlerweile gelernt, wie ich diesen Zug steuern kann – aber trotzdem wird es immer noch zu Verspätungen kommen“, fügte sie schmunzelnd hinzu. Sie ist kürzlich mit ihrem Freund Raphael von München nach Berlin gezogen. Für die „Bits & Pretzels“ und für das Oktoberfest kam sie zurück nach München. Vermisst die die bayerische Hauptstadt? „Bisher ehrlich gesagt nicht“, meinte sie lachend. „Entweder liebt man Berlin oder man hasst die Stadt, und ich liebe sie. Und ich freue mich auf einen Neuanfang dort.“

Bits & Pretzels am 26. September 2022 am Lenbachplatz in München

„Der „Leading Ladies Talk“ soll spannende Frauen und ihre vielen Facetten zeigen“, so Gastgeberin und Initiatorin Saina Bayatpour, die die Gäste begrüßte. „Und das ist heute der perfekte Auftakt. Sophia und Jasmina sind beides echte Powerfrauen, beide haben Höhen und Tiefen erlebt und beide bewegen sich in einem Feld, in dem bisher überwiegend die Männer das Sagen haben, insbesondere Jasmin. Die beiden werden auch  in meinem Podcast „Identitäten“, der ab Oktober bei dem Frauenradiosender „Femotion“ laufen wird, mit dabei sein.“ Saina Bayatpour ist Gründerin der „Sheciety“ – einem Female Social Club von Frauen für Frauen: „Wir wollen Frauen Mut machen und Inspirationen für ihren eigenen Berufsweg geben. Wir brauchen mehr starke weibliche Vorbilder, deshalb bringen wir heute Frauen aus verschiedenen Branchen zusammen.“

Ein solches Vorbild ist auch Jasmina Covic. Sie ist gebürtige Kroatin, wuchs aber in der Nähe von Kaiserslautern auf. Früher spielte die heute 29-Jährige selbst Fußball in der Verbandsliga. Heute ist sie Inhaberin der „Women’s Football Agency“, einer der weltweit führenden Beratungsagenturen im Frauenfußball, und betreut mit ihrem Team Spielerinnen und Trainerinnen wie Nadine AngererLuana Bühler und Sandrine Mauron. Wie kommt man zu ihrem Job? „Ich habe als Dreijährige damit angefangen, Fußball zu spielen, was für ein Mädchen damals sehr ungewöhnlich war. Dadurch hatte ich immer die Außenseiterrolle  – von der Grundschule bis zum Gymnasium. Ich habe es durchgezogen, habe aber nie in eine Schublade gepasst. Während die anderen Mädchen schicke Ralph Lauren-Pullover anhatten, habe ich immer lieber Trikot und Turnschuhe getragen. Das mit den Turnschuhen ist bis zum heutigen Tag so geblieben. Nach dem Abitur habe ich mich dann gefragt, wo meine Reise hingeht. Ich habe mich für ein Sportmanagement-Studium entschieden, auch wenn meine Eltern damals dagegen waren. Dafür bin ich nach Jena gegangen –  in eine Stadt, wo ich niemanden kannte. Ich habe nebenher in einem Bundesligaverein gearbeitet, da ich nicht nur das Studentenleben genießen wollte, sondern mir auch Businesskontakte aufbauen wollte. Und irgendwann kam die erste Anfrage, ob ich eine kanadische Spielerin betreuen könnte…“ Sie diskutierte dann auch mit den Damen im Saal die Problematik, weshalb Frauen im Fußball so viel weniger verdienen als die Männer. „Viele der Frauen im Fußball verdienen 450 Euro im Monat, und dass bei einer 50 bis 60 Stunden-Woche! Das kann doch nicht sein. Ich würde Frauen und Männern gleich viel bezahlen. Und den Rest der Sponsorengelder in den Amateurfußball und in den Nachwuchs stecken.“

Zum Schluss diskutierten die Damen dann noch die Frage, warum bisher keine Frauen bei der Formel 1 mitfahren dürfen. „Ich kenne mich in diesem Bereich nicht so gut aus, aber wenn man da irgendwie hineingrätschen kann, wäre ich natürlich dabei“, meinte Sophia Thiel lachend. Von einer Frauenquote würde Jasmina Covic allerdings absehen: „Es ist immer schwierig, die Dinge zu erzwingen. Wir Frauen müssen uns selbst bemühen.“

„Es geht ums empowern. Wir Frauen müssen auf alle Fälle selbstbewusster werden“, so Saina Bayatpour. Sie ist ebenfalls eine echte Powerfrau und steht selbst ihren Mann. Noch während ihres Studiums gründete sie die Event- & Marketing-Agentur „Preferred World GmbH“. Im Jahr 2013 initiierte sie die „Business Women’s Society“– eine exklusive Plattform für Frauen, die sie kürzlich in „Sheciety“ umwandelte und eine eigene App launchte:  „Schon seit vielen Jahren setzte ich mich aktiv dafür ein, dass sich Frauen gegenseitig die Hand reichen, zu sich selbst finden und Seite an Seite wachsen können.“ Sie appellierte dann an die Frauen, sich gegenseitig mehr zu unterstützen: „Ich habe früher beim Fernsehen gearbeitet und da stand mir nie ein Mann im Weg, sondern höchstens eine zickige Frau. Nur wenn man selbst zufrieden ist, kann man anderen auch die Hand reichen.“ Sie wechselte dann das Outfit, vom Kleid zum gelben Dirndl: „Ich bin eine der Moderatorinnen auf der Bits & Pretzels und muss gleich dort auf die Bühne.“

Dafür gab es viel Applaus bei der Bits & Pretzels, unter anderem von Moderatorin Carolin Henseler: „Ich schätze Saina sehr, denn sie ist eine echte Powerfrau. Ich habe früher viele Events für ihre „Business Women‘s Society“ moderiert, deshalb bin ich heute gerne hier, zumal ich es mag, andere spannende Frauen kennenzulernen. Und es ist mal ein gutes Kontrastprogramm zum Oktoberfest.“

Außerdem dabei: Jennifer Pötzsch (eine der Betreiberinnen des neuen „Famtain Leaders Club“, der im ehemaligen „Hearthouse“ beheimatet ist), Schauspielerin Suzanne Landsfried, Influencerin Anna Borisovna, Schauspielerin und Sängerin Franziska Zawila und Künstlerin Ilse Mittermeier (hier).

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