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Empfehlungen für dein Unternehmen: Drei Empfehlungssignale
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Warum Empfehlungen selten „von selbst“ passieren
Viele Unternehmer verlassen sich darauf, dass zufriedene Kunden schon irgendwann an sie denken und sie weiterempfehlen. In der Praxis passiert das deutlich seltener, als man glaubt, aber nicht, weil der Kunde unzufrieden ist, sondern weil Alltag und Prioritäten dazwischenkommen. Genau deshalb arbeite ich mit einem einfachen Prinzip: Empfehlungen sind kein Zufallsprodukt, sie sind ein Signal-Spiel. Wer die Signale erkennt und im richtigen Moment reagiert, bekommt Empfehlungen planbarer.
Die Top 3 Empfehlungssignale im Alltag
1) Die Emotionskurve: Wenn der Kunde gerade „oben“ ist

Emotionskurve & Customer Journey – Manuel Spors © Nathalie Spors
Empfehlungen funktionieren am besten, wenn der Kunde emotional ist, im positiven Sinn. Das kann der Moment der Übergabe sein, das erste Ergebnis, das erste Erfolgserlebnis oder ein sichtbarer „Aha“-Moment. Wenn du wartest, bis Wochen vergangen sind, ist die Energie weg. Das Signal ist also nicht „zufrieden“, sondern „spürbar begeistert im Moment“. Genau dann ist die Frage nach Empfehlungen am natürlichsten, weil sie zur Emotion passt.
2) Reminder-Routine für Empfehlungen: Wenn es im Unternehmen sonst keiner macht
In vielen Betrieben gibt es einen klassischen Bruch: Vertrieb akquiriert, Kundenbetreuung betreut, doch am Ende fragt niemand aktiv nach Empfehlungen. Deshalb braucht es eine Routine, die nicht von Stimmung oder Tagesform abhängt. Ein fixer Reminder nach bestimmten Triggern reicht oft schon: nach Bewertung, nach erfolgreichem Projektabschluss, nach einem positiven Feedback-Call. Der Punkt ist nicht „mehr Aufwand“, sondern klare Zuständigkeit: Wer fragt? Wann? Mit welcher Formulierung?
3) Die +1-Situation: Wenn dein Kunde jemanden mitbringen würde

Empfehlungssignale -Manuel Spors © Philip Knitter
Ein starkes Empfehlungssignal ist nicht erst die Bewertung, sondern der Moment, in dem dein Kunde innerlich schon sagt: „Das sollte mein Kollege/Freund auch sehen.“ Genau hier greift die +1-Logik: Bei Events, Workshops, Terminen oder Formaten, die bereits Interesse ausgelöst haben, ist die Hürde niedrig, eine zweite Person mitzunehmen. Das macht Empfehlungen greifbar, ohne dass du „betteln“ musst. Praktisch heißt das: Sobald jemand zugesagt oder gebucht hat, wird aktiv gefragt, ob er eine passende Person mitbringen möchte, idealerweise verbunden mit einem klaren Rahmen (z. B. zusätzliches Ticket, Einladung oder Bonus), damit es für den Kunden leicht wird, Ja zu sagen
Der Hebel liegt im Alltag, nicht im Marketing
Empfehlungen sind kein Talent-Test, sondern Timing. Wer die Emotionskurve nutzt, eine Routine etabliert und das „grüne Licht“ konsequent verwertet, macht Weiterempfehlungen messbar. Ohne Druck, ohne Zufall, aber mit System.
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Manuel Spors, gebürtiger Salzburger und seit knapp 10 Jahren leidenschaftlicher Unternehmer. Er ist zertifizierter Unternehmensberater & Experte für Kundenbindung und Bestandskundenakquise. Bereits über 1.500 Teilnehmer:innen hat er schon in Workshops und Seminaren begleitet. Seine Mission ist klar: Unternehmen zu zeigen, dass Umsatz mit Bestandskunden einfacher, kostengünstiger und profitabler ist. Er steht regelmäßig auf Bühnen, hält Keynotes für Verbände und Unternehmen und lebt einen Lebensstil, der ebenso provokant wie inspirierend ist: neun Monate arbeiten und drei Monate reisen.

