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Die 7 häufigsten Datenschutzfehler bei Gesundheitsdaten in der Praxis

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Praxis: Die 7 häufigsten Datenschutzfehler bei Gesundheitsdaten

Warum Datenschutz im Praxisalltag oft an den kleinen Dingen scheitert

Datenschutz gehört für Heilpraktiker, Therapeuten, Coaches mit Gesundheitsbezug und kleinere Arztpraxen längst zum Berufsalltag. Trotzdem entstehen die meisten Datenschutzverstöße nicht durch Hackerangriffe oder spektakuläre Datenpannen. Viel häufiger führen ganz normale Routinen zu Problemen. Diese haben sich oft über Jahre eingeschlichen und werden kaum noch hinterfragt.

Gerade eine kleinere Praxis steht vor einer besonderen Herausforderung: Sie verfügt selten über eigene Datenschutzbeauftragte oder IT-Abteilungen. Gleichzeitig verarbeitet sie täglich Gesundheitsdaten und damit eine der sensibelsten Kategorien personenbezogener Daten. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt deshalb besonders hohe Anforderungen an deren Schutz.

Die gute Nachricht: Viele Risiken lassen sich mit einfachen organisatorischen Maßnahmen deutlich reduzieren. Ein Blick auf die häufigsten Fehler zeigt deshalb, wo im Praxisalltag besonderer Handlungsbedarf besteht.

Fehler 1: Patientenunterlagen liegen offen in der Praxis herum

Die Patientenakte auf dem Empfangstresen, ausgefüllte Anamnesebögen neben der Anmeldung oder Befunde für den nächsten Termin: Was organisatorisch praktisch erscheint, kann datenschutzrechtlich problematisch sein.

Grundsätzlich dürfen nur Personen auf Gesundheitsdaten zugreifen, die diese für ihre Arbeit benötigen. Bereits ein kurzer Blick eines anderen Patienten auf eine Akte kann eine unzulässige Offenlegung personenbezogener Daten darstellen.

Praxistipp: Dokumente sollten niemals offen ausliegen. Nutzen Sie deshalb geschlossene Ablagen. Legen Sie Unterlagen außerdem erst unmittelbar vor der Behandlung bereit.

Fehler 2: Zu viele Informationen am Empfang der Praxis

Der Empfang ist das organisatorische Zentrum vieler Praxen und gleichzeitig einer der sensibelsten Bereiche. Patienten nennen dort Namen und Geburtsdaten oder schildern Beschwerden, während andere Personen im Wartezimmer sitzen.

Doch nicht jede Information muss am Empfang laut ausgesprochen oder sichtbar dokumentiert werden. Datenschutz beginnt deshalb bereits bei der Frage, welche Informationen tatsächlich notwendig sind und wie die Praxis sie erhebt.

Praxistipp: Stellen Sie sensible Rückfragen möglichst diskret. Achten Sie außerdem darauf, dass wartende Patienten Monitore und Terminübersichten nicht einsehen können.

Fehler 3: Gesundheitsdaten werden unverschlüsselt aus der Praxis verschickt

Viele Praxen versenden Befunde, Laborwerte oder andere medizinische Informationen per E-Mail. Das spart zwar Zeit, birgt jedoch Risiken ohne geeignete Schutzmaßnahmen.

Auch Messenger-Dienste oder Cloudspeicher kommen häufig zum Einsatz. Dabei prüfen Praxen nicht immer ausreichend, ob diese den datenschutzrechtlichen Anforderungen genügen.

Praxistipp: Legen Sie verbindlich fest, auf welchen Wegen Sie Gesundheitsdaten übermitteln dürfen. Denn nicht jede bequeme Lösung ist auch datenschutzkonform.

Fehler 4: Jeder hat Zugriff auf alles

In kleinen Praxen kennt jeder jeden. Das führt häufig dazu, dass Mitarbeitende Passwörter gemeinsam nutzen oder Zugriff auf sämtliche Daten erhalten.

Datenschutz bedeutet jedoch auch, Zugriffsrechte auf das notwendige Maß zu beschränken. Schließlich benötigt nicht jede Person Einsicht in sämtliche Patientenunterlagen oder Verwaltungsdaten.

Praxistipp: Überprüfen Sie regelmäßig Benutzerkonten und Zugriffsrechte. Das gilt insbesondere nach Personalwechseln oder Vertretungen.

Fehler 5: Gespräche werden unfreiwillig in der Praxis öffentlich

Ob am Telefon, am Empfang oder zwischen Behandlungsräumen: Andere Personen können vertrauliche Gespräche schneller mithören als gedacht.

Bereits die Information, dass jemand Patient einer bestimmten Praxis ist oder wegen einer bestimmten Erkrankung behandelt wird, kann ein besonders schützenswertes Gesundheitsdatum darstellen.

Praxistipp: Führen Sie vertrauliche Gespräche deshalb möglichst außerhalb des Wartebereichs. Telefonate mit sensiblen Inhalten sollten ebenfalls nicht in Hörweite anderer Patienten stattfinden.

Fehler 6: Datenschutz endet nicht am Computer

Viele verbinden Datenschutz vor allem mit IT-Sicherheit. Tatsächlich entstehen Datenschutzverstöße jedoch häufig ganz analog.

Nicht abgeschlossene Aktenschränke, Ausdrucke auf dem Drucker oder Notizzettel mit Patientendaten gehören noch immer zu den häufigsten Schwachstellen in kleinen Praxen.

Auch mobile Geräte verdienen Aufmerksamkeit. Smartphones oder Tablets ermöglichen heute den Zugriff auf Terminverwaltung oder Patientenakten. Gehen solche Geräte verloren oder fehlt eine ausreichende Sicherung, kann dies erhebliche Folgen haben.

Praxistipp: Denken Sie Datenschutz nicht nur digital. Denn Papierunterlagen verdienen den gleichen Schutz wie elektronische Daten.

Fehler 7: Datenschutz wird nur einmal in der Praxis erledigt

Viele Praxen beschäftigen sich erst intensiv mit Datenschutz, wenn neue gesetzliche Vorgaben kommen oder sie ein Formular benötigen. Dabei ist Datenschutz kein einmaliges Projekt.

Neue Mitarbeitende, geänderte Software, Online-Terminbuchungen oder digitale Behandlungsangebote verändern die Datenverarbeitung kontinuierlich. Deshalb sollten Praxen bestehende Prozesse regelmäßig überprüfen und anpassen.

Praxistipp: Planen Sie mindestens einmal jährlich einen festen Termin ein. Überprüfen Sie dabei Datenschutzprozesse, Zugriffsrechte und technische Maßnahmen.

Datenschutz in der Praxis schafft Vertrauen

Datenschutz wird häufig als bürokratische Pflicht wahrgenommen. Tatsächlich ist er jedoch ein wesentlicher Bestandteil einer professionellen Praxisführung.

Patienten vertrauen ihren Behandlern nicht nur ihre Gesundheit an, sondern auch sehr persönliche Informationen über ihr Leben. Wer diese Daten sorgfältig schützt, erfüllt deshalb nicht nur gesetzliche Anforderungen. Gleichzeitig stärkt ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten das Vertrauen der Patienten und unterstreicht die Professionalität der eigenen Praxis.

Gerade kleinere Praxen müssen dafür keine aufwendigen Datenschutzkonzepte entwickeln. Oft reichen klar definierte Abläufe, sensibilisierte Mitarbeitende und ein bewusster Blick auf alltägliche Routinen.

Denn die meisten Datenschutzverstöße entstehen nicht durch außergewöhnliche Ereignisse. Viel häufiger sind Gewohnheiten die Ursache. Und genau diese lassen sich oft mit wenig Aufwand verändern.

 

Titelbild:  ©CORIDAS GmbH

 

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Corinna Göring steht für den DSGVO Erste Hilfe Koffer und das DSGVO Vertrauensforum | Datenschutz einfach umsetzen & Vertrauen sichtbar machen – für Soloselbstständige und kleine Unternehmen!

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