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Clean Beauty ist tot.

Warum die Zukunft der Kosmetik nicht darin liegt, was wir weglassen – sondern darin, ehrlicher darüber zu sprechen, was drin ist.

Clean Beauty ist tot.
„Ohne Parabene. Ohne Mineralöle. Ohne Silikone.“ Jahrelang funktionierte Beauty-Marketing vor allem über eines: das Weglassen. Je länger die „Ohne-Liste“, desto sauberer, natürlicher und vermeintlich besser erschien das Produkt. Hauptsache, die Formulierung ist clean. Was auch immer das bedeutet. Teilweise nahm die „Ohne“ Kommunikation absurde Züge an. Wenn Mineralwasser mit „Glutenfrei“, Salz „zuckerfrei“ oder Pflanzenöl „cholesterinfrei“ und Obst „vegan“ beworben wurden. Da ging es schon lange nicht mehr um relevante Produktinformationen für den Verbraucher.

Clean Beauty ist tot: Haben wir uns die richtigen Fragen gestellt?

Ist ein Inhaltsstoff automatisch schlecht, nur weil sein Name chemisch klingt? Und ist er automatisch besser, nur weil er natürlichen Ursprungs ist. Sollten nicht seine Funktion, seine Konzentration, seine Sicherheit entscheidend sein – und das Zusammenspiel innerhalb einer Formulierung. Genau hier beginnt für mich eine neue Ära der Kosmetik. Und nicht nur in der Kosmetik sondern bei allen Unternehmen in der EU, die Aussagen bezüglich der Themen Grün, Umwelt, Nachhaltigkeit treffen.

Weg von Angst. Hin zu Verständnis.

Clean Beauty ist tot

©Galvagni Schönheit GmbH

Mit den neuen europäischen Regeln gegen Greenwashing „Empowering Consumers for the Green Transition“ verändert sich unsere Sprache. Auch in der Beauty-Branche. Begriffe wie „grün“, „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“ können nicht länger beliebig genutzt werden. Nicht auf Verpackungen, Internetseiten und Social Media. Diese Aussagen müssen konkret, nachvollziehbar und belegbar sein.

Clean Beauty ist tot: Die neue Ehrlichkeit

Das empfinde ich nicht als Einschränkung. Im Gegenteil. Es ist eine Chance, wieder über das zu sprechen, worauf es bei guter Kosmetik wirklich ankommt: Statt eine Creme mit einer langen Liste dessen zu verkaufen, was sie nicht enthält, sollten wir erklären, warum beispielsweise Hyaluron, Peptide, Fermente oder moderne Lipidstrukturen eingesetzt werden.

 Die Zukunft heißt nicht „clean“. Sie heißt transparent.

Verbraucher sollen besser informiert werden. Sie sollen verstehen, auf was sich die Aussagen beziehen und wie gehaltvoll sie sind. Für Marken bedeutet das einen Perspektivwechsel: weniger Angstmarketing, weniger Schwarz-Weiß-Denken und mehr Wissen. Vielleicht brauchen wir deshalb gar kein neues Beauty-Siegel und keinen neuen Trendbegriff. Wir brauchen bessere Formulierungen, nachvollziehbare Aussagen – und vor allem mehr Ehrlichkeit.

Denn moderne Kosmetik sollte sich nicht darüber definieren, was nicht drin ist. Sondern darüber, warum etwas drin ist.

Titelbild: ©Galvagni Schönheit GmbH

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Gerlinde Galvagni entwickelt und produziert Kosmetikmarken - private Label - für Hotels, Spas, Ärzte, Kosmetikinstitute, Influencer und online Shops. Auch in kleinen Stückzahlen.

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