Social-Media
Saskia Richardsen ©Linn Gauda

Top 100 Experten

Warum man nicht ins Tun kommt

„Heute erstelle ich meine Webseite.“ „Diese Woche kümmere ich mich endlich um mein Angebot.“ „Am Wochenende bringe ich meinen Instagram-Auftritt auf Vordermann.“ Solche Sätze stehen auf To-Do-Listen, werden von Woche zu Woche verschoben und erzeugen mit der Zeit ein schlechtes Gewissen, das schwerer wiegt als die Aufgabe selbst. Das Problem ist selten mangelnde Disziplin. Das Problem ist die Aufgabe selbst – genauer gesagt, wie sie formuliert ist und man dadurch nicht ins Tun kommt.

Warum man nicht ins Tun kommt – Das Kinderzimmer-Prinzip

Schreibtisch-Chaos (Canva) Warum man nicht ins Tun kommt

© Canva

Wer einem Kind sagt „räum dein Zimmer auf“, bekommt oft einen überforderten Blick zurück – und dann gar nichts. Nicht weil

das Kind nicht will, sondern weil die Aufgabe keine erkennbare Starthandlung hat. Wo fängt man an? Was kommt zuerst? Was bedeutet „aufgeräumt“ eigentlich? Die Aufgabe ist zu groß, zu unscharf, zu weit von einem konkreten ersten Schritt entfernt.

Anders sieht es aus, wenn die Aufgabe lautet: Bring deine Kuscheltiere aufs Bett. Pack die Papierschnipsel in den Mülleimer. Leg die dreckige Wäsche vor die Waschmaschine. Plötzlich ist klar, was zu tun ist – und vor allem womit man anfängt. Das Ergebnis ist dasselbe, der Weg dahin ist in handhabbare Einzelschritte zerlegt. Genau dieses Prinzip gilt für jeden Punkt auf einer Business-To-Do-Liste.

Warum man nicht ins Tun kommt und Businessaufgaben so oft blockieren

„Webseite erstellen“ ist keine Aufgabe – es ist ein Projekt. Eines, das aus Dutzenden Einzelschritten besteht, die alle ihre eigene Zeit und Entscheidung brauchen. Wer „Webseite erstellen“ auf die Liste schreibt, schreibt sich damit eine Aufgabe, die keinen klaren Startpunkt hat und an keinem einzigen Nachmittag erledigt werden kann. Das Gehirn erkennt das – und weicht aus. Nicht aus Faulheit, sondern weil unklar ist, womit genau man jetzt, in diesem Moment, anfangen soll.

Dasselbe gilt für „Angebot ausarbeiten“, „Content-Strategie entwickeln“ oder „Akquise angehen“. Alles wichtige Vorhaben – aber keine Aufgaben. Solange sie so auf der Liste stehen, wandern sie von Montag zu Montag, bis sie entweder unter Druck doch noch erledigt werden oder still und leise verschwinden.

Wie echte Aufgaben aussehen

Eine echte Aufgabe hat einen klaren Anfang und ein erkennbares Ende. Sie lässt sich in einem definierten Zeitfenster erledigen. Und sie lässt keine Frage offen, womit man anfängt. Aus „Webseite erstellen“ wird dann zum Beispiel: Startseiten-Text in einem Dokument als Rohfassung schreiben. Drei Webseiten anschauen, deren Aufbau gefällt, und eine Struktur skizzieren. Einen Fotografen für die Profilfotos anfragen. Jeder dieser Schritte ist an einem Nachmittag machbar. Zusammen ergeben sie irgendwann die fertige Webseite – aber keiner von ihnen überfordert.

Kleinere Schritte sind keine Vereinfachung – sie sind die Methode

Saskia Richardsen ©Linn Gauda Warum man nicht ins Tun kommt

Saskia Richardsen ©Linn Gauda

Aufgaben zu zerteilen fühlt sich manchmal nach mehr Aufwand an, nicht nach weniger. Dabei ist es genau umgekehrt: Wer eine große Aufgabe in kleine Schritte bricht, denkt einmal durch, was wirklich zu tun ist – und spart sich danach das wochenlange Aufschieben. Der erste Schritt auf einer klar formulierten Liste wird fast immer erledigt. Der erste Schritt auf einer Liste voller Projekte fast nie.

Wer nicht ins Tun kommt, muss meistens nicht motivierter werden. Er muss die Aufgabe kleiner machen.

Weitere Tipps zum Thema Selbstständigkeit aufbauen findest du hier.

Und echt Einblicke in die Selbstständigkeit hier.

Titelbild ©Linn Gauda

Avatar-Foto

Saskia ist Businessmentorin und Strategieexpertin mit Schwerpunkt auf den verständlichen, strukturierten und greifbaren Start in die Selbstständigkeit.

Kommentieren

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mehr in Top 100 Experten

Das könnte Dir gefallen:

Top
Dein Erfolg in digitaler Form!
Hole dir das topaktuelle MDL Magazin als E-Paper und genieße faszinierende Inhalte. Entdecke wegweisende Ideen für dich, dein Unternehmen und deinen Lifestyle. Bei Fragen wende dich bitte an: aboservice@mdl-magazin.de