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Die Wenn-Dann-Falle in der Selbstständigkeit
Die Wenn-Dann-Falle ist einer der häufigsten Gründe, warum Menschen ihre Selbstständigkeit zwar vorbereiten,
aber nicht wirklich ins Handeln kommen.
Sie klingt vernünftig, fühlt sich nach Planung an und sorgt doch oft dafür,
dass der wichtigste Schritt immer wieder verschoben wird.
„Wenn ich erst die Webseite fertig habe, dann fange ich an, aktiv Kunden anzusprechen.“
„Wenn ich erst sicherer bin, dann zeige ich mich auf Social Media.“
„Wenn das nächste Modul fertig ist, dann starte ich mit dem Verkauf.“
Dieses Denkmuster begegnet einem in Gesprächen mit (bald) Selbstständigen ständig.
Erst die Voraussetzung schaffen, dann den nächsten Schritt gehen. Klingt erstmal vernünftig.
Das Problem: Die Voraussetzung verschiebt sich fast immer mit.
Der perfekte Moment wird nie kommen.
Warum die Bedingung sich ständig verschiebt

Sicherheit vor der Kamera entsteht durchs Tun
©Linn Gauda
Die Wenn-Dann-Falle funktioniert deshalb so gut, weil die „Wenn“-Bedingung selten klar definiert ist.
Was genau bedeutet „sicherer sein“?
Wann genau ist eine Webseite „fertig“?
Solche Zustände haben kein klares Ende, denn sie lassen sich immer noch ein bisschen weiter optimieren.
Sobald ein Punkt erreicht ist, taucht meist automatisch der nächste auf:
erst das Logo, dann die Texte, dann die Fotos, dann noch eine Unterseite.
Die Bedingung bewegt sich mit dem Fortschritt mit und der „Dann“-Teil bleibt dadurch dauerhaft außer Reichweite.
Was die Reihenfolge eigentlich sein müsste,
um der Wenn-Dann-Falle zu entkommen
Nicht: erst die Webseite, dann die ersten Kundengespräche,
sondern erst die Gespräche, weil sie zeigen, was auf der Webseite überhaupt wichtig ist.
Nicht: erst Sicherheit, dann Sichtbarkeit,
sondern durch Sichtbarkeit entsteht ein Stück der Sicherheit, die vorher gefehlt hat.
Die Schritte, die im Wenn-Dann-Denken als Voraussetzung gelten,
sind häufig in Wirklichkeit eine Folge des nächsten Schritts und nicht dessen Bedingung.
Die vermeintliche Funktion, die die Wenn-Dann-Falle erfüllt

Die To-do-Liste wird zur Wenn-Dann-Falle beim Businessaufbau
© Canva
Wenn-Dann-Sätze fühlen sich nicht wie Aufschub an, sondern wie ein Plan.
Genau das macht sie so stark.
Sie geben das Gefühl, etwas zu tun, nämlich vorzubereiten,
während der eigentliche, unangenehme Schritt in eine vage Zukunft verschoben wird.
Diese Zukunft ist an eine Bedingung gekoppelt, die sich nie ganz erfüllen lässt.
So bleibt das gute Gefühl, „dran zu sein“, ohne dass sich am eigentlichen Engpass etwas ändert.
Warum Warten die Angst nicht kleiner macht
Der entscheidende Irrtum im Wenn-Dann-Denken ist die Annahme,
dass das unangenehme Gefühl irgendwann von selbst verschwindet,
wenn man nur lange genug wartet oder gut genug vorbereitet ist.
Tatsächlich passiert das Gegenteil.
Je länger ein Schritt aufgeschoben wird, desto mehr Gewicht bekommt er.
Die Angst vor dem ersten Kundengespräch, vor dem ersten öffentlichen Post, vor dem ersten genannten Preis,
sie wird nicht kleiner durch Warten.
Sie wird kleiner durch das Tun selbst.
Nicht weil der Schritt plötzlich einfach ist, sondern weil man danach weiß:
Es war auszuhalten.
Und dieses Wissen gibt es nicht durch Vorbereitung
– nur durch Erfahrung.
Ähnlich wie bei der Veränderung der eigenen Identität.
Echte Einblicke in die Selbstständigkeit bekommt du hier.
Saskia ist Businessmentorin und Strategieexpertin mit Schwerpunkt auf den verständlichen, strukturierten und greifbaren Start in die Selbstständigkeit.

