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Lumphini Park Bangkok © Christoph Paulus

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Skywalk Bangkok: die schönste Seite der Stadt liegt oben

Ein Spaziergang über den neuen Skywalk von Bangkok, vom Benjakitti Forest Park bis zum Lumphini Park, hoch über dem Verkehr der Megacity.

Wenn Menschen an Bangkok denken, denken sie an Stau, Hitze und Streetfood. All das gibt es hier im Überfluss. Doch wer die Stadt nur von unten erlebt, sieht nur die halbe Wahrheit. Nur das Tuk-Tuk, das Gedränge der Sukhumvit Road, den Dunst der Garküchen. Denn die schönste Perspektive auf Bangkok liegt heute oben. Ein paar Meter über dem Verkehr entsteht gerade ein neues Bild der Zwölf-Millionen-Metropole. Und das Beste daran: Fast niemand weiß davon. Die beste Sicht auf eine Stadt findet man selten dort, wo alle stehen. In Bangkok führt sie über einen erhöhten Fußweg: Der Skywalk Bangkok. Er verbindet zwei große Parks, und die meisten Reiseführer kennen ihn noch nicht. Der Grund ist simpel: Er ist noch nicht ganz fertig.

Der Skywalk in Bangkok: 1,6 Kilometer über den Dächern der Stadt

Skywalk in Bangkok zwischen Benjakitti-Park und Lumphini-Park © Christoph Paulus

Skywalk in Bangkok zwischen Benjakitti-Park und Lumphini-Park © Christoph Paulus

Die sogenannte „Green Bridge“ ist ein rund 1,6 Kilometer langer Grünweg über der Stadt. Er verbindet den Benjakitti-Park im Norden mit dem Lumphini-Park im Süden. Gebaut wurde er ursprünglich schon 1999. Ab 2022 hat man ihn grundlegend erneuert. Der Großteil war Ende 2025 fertig, die letzten Abschnitte folgen bis Mitte 2026. Wer heute darüberläuft, spaziert also über eine Baustelle des Wandels. Genau das macht den Reiz aus.

Der Weg beginnt auf Straßenniveau und hebt sich dann sanft empor. Bald bewegt man sich auf Höhe der ersten Stockwerke. Er führt über die Witthayu Road, die frühere Wireless Road, und quert die Chaloem-Maha-Nakhon-Stadtautobahn. Danach sinkt er im nächsten Park wieder herab. Links und rechts fällt der Blick in Hinterhöfe, auf Wellblechdächer und in Wohnsiedlungen. Vom Gehweg aus würde man das nie zu Gesicht bekommen.

Das ist der eigentliche Zauber dieses Weges. Er zeigt Bangkok nicht von seiner geschönten Seite, sondern so, wie es wirklich lebt. Man geht über der Stadt und ist ihr trotzdem nah. Der Verkehrslärm rückt eine Etage tiefer. An seine Stelle treten Vogelstimmen und das Rauschen der Bäume. Für einen Moment fühlt sich die hektischste Metropole Südostasiens fast ländlich an.

Weil manche Abschnitte noch im Bau sind, trifft man kaum Reisegruppen. Unterwegs sind vor allem Einheimische, die joggen, radeln oder den Feierabend genießen. Wer das ursprüngliche, unaufgeregte Bangkok sucht, ist hier goldrichtig.

Mein Tipp: Gehen Sie früh am Morgen oder in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang. Dann ist es angenehm warm. Das flache Licht modelliert die Dachlandschaft zudem viel schöner als die Mittagssonne. Planen Sie für die ganze Strecke rund zwei bis drei Stunden ein.

Vom Benjakitti Park zum Lumphini Park: Bangkoks grüne Verwandlung

Ihren Sinn bekommt die Brücke durch das, was sie verbindet. Am nördlichen Ende liegt der Benjakitti Forest Park. Er ist eines der ambitioniertesten Stadtprojekte Südostasiens.

Bis 2018 stand hier die staatliche Tabakfabrik. Wo jahrzehntelang Zigaretten produziert wurden, öffnete 2022 ein 180 Hektar großer Waldpark. Das Besondere: Der Park reinigt sein Wasser weitgehend selbst, über natürliche Filterung. Alte Fabrikhallen dienen heute als Sportstätten. Reiher staksen durch die Lagunen, am Abend spiegeln sich die Hochhäuser im stillen Wasser. Aus dem Aschenbecher der Stadt ist ihre grüne Lunge geworden.

Am südlichen Ende wartet der Gegenpol: der Lumphini-Park. Er ist Bangkoks älteste öffentliche Grünanlage. Angelegt wurde er in den 1920er-Jahren unter König Rama VI. Benannt ist er nach Lumbini, dem Geburtsort Buddhas. Frühmorgens praktizieren hier Hunderte Tai-Chi, Jogger drehen ihre Runden um den See. Mit etwas Glück sieht man die berühmten Warane über die Wege ziehen.

Skywalk Bangkok: Warum Bangkok seine grünen Parks dringend braucht

Dahinter steckt mehr als Ästhetik. Bangkok gehört zu den Städten, die der Klimawandel besonders hart trifft. Große Teile der Metropole liegen kaum über dem Meeresspiegel. Der Boden senkt sich langsam ab, und in der Regenzeit drohen Überschwemmungen. Parks wie Benjakitti sind deshalb nicht nur Erholungsraum, sondern Infrastruktur. Ihre Feuchtgebiete nehmen Regenwasser auf, speichern es und geben es verzögert wieder ab. Sie wirken wie ein natürlicher Schwamm mitten in der Stadt. Wer über den Skywalk läuft, spaziert also nicht nur durch eine Grünanlage. Er läuft über eine der klügsten Antworten auf Hitze und Wasser.

Zwischen diesen beiden Polen spannt sich die Brücke wie ein Versprechen. Und dieses Versprechen ist die eigentliche Geschichte. Eine Megacity, die als Sinnbild für Beton gilt, begrünt ihren wertvollsten Boden, statt ihn zu verkaufen. Wer wissen will, wohin sich das Reisen in Asiens Großstädten entwickelt, findet hier eine Antwort. Die Zukunft dieser Städte wird nicht nur höher gebaut, sondern grüner.

Mein Tipp: Nehmen Sie sich in beiden Parks Zeit, statt nur hindurchzulaufen. Im Benjakitti Forest Park führen Stege direkt durch die Feuchtgebiete. Dort erleben Sie die Vogelwelt aus nächster Nähe. Im Lumphini-Park lohnt der frühe Morgen, wenn die Stadt noch schläft.

Bangkok von oben genießen: Rooftop-Bars mit dem besten Blick

Wer einmal Gefallen an der Vertikalen gefunden hat, bleibt oben. Bangkok ist berühmt für seine Rooftop-Bars, und das aus gutem Grund. Kaum eine Stadt inszeniert sich nach Einbruch der Dunkelheit so eindrucksvoll. Zum Sonnenuntergang lohnt der Wechsel von der grünen Brücke in luftige Höhe.

Mein Favorit ist die Rooftop-Bar „Spectrum“ auf dem Hyatt Regency Bangkok Sukhumvit. Von hier oben fächert sich das Häusermeer im Abendlicht auf. Die ersten Lichter gehen an, der Himmel wechselt die Farbe. In diesem Moment wird sichtbar, was der Skywalk am Boden nur andeutet. Man sieht, wie eng sich Hochhaus und Hinterhof in Bangkok verschränken.

Diese Doppelperspektive macht Bangkok für mich aus. Unten das ungeschminkte Leben, oben der große Überblick. Erleben Sie beides an einem Abend: erst den Spaziergang über die Dächer, dann den Drink über den Türmen. So verstehen Sie die Stadt besser als nach einer Woche im Shuttlebus.

Mein Tipp: Für die Rooftop-Bars gilt ein legerer Dresscode. Kurze Hosen und Flip-Flops sind vielerorts nicht gern gesehen. Kommen Sie rund eine Stunde vor Sonnenuntergang und sichern Sie sich einen Platz an der Kante. Bestellen Sie den ersten Drink, bevor der Ansturm einsetzt.

Skywalk Bangkok in der Praxis: Anreise, Timing und Tickets

Rooftopbar Spectrum © Christoph Paulus

Rooftopbar Spectrum auf dem Hyatt Regency Bangkok Sukhumvit © Christoph Paulus

So schön die Aussicht ist: Ein paar praktische Dinge ersparen Ihnen viel Zeit. Zu den Parks kommen Sie am bequemsten mit der U-Bahn. Die MRT-Metro hält an den Stationen Lumphini und Queen Sirikit National Convention Centre. Von dort sind beide Enden des Skywalks in wenigen Gehminuten erreichbar.

An einem Detail scheitern viele Reisende: der Bezahlung im Nahverkehr. In der MRT-Metro zahlen Sie kontaktlos mit der physischen Kredit- oder Debitkarte. Beim BTS-Skytrain klappt das übers Smartphone hingegen nicht zuverlässig. Hier brauchen Sie Bargeld oder ein lokales Bezahlsystem wie Alipay. Wer das vorher weiß, steht nicht ratlos an der Sperre.

Und noch ein Rat für die Abreise. Planen Sie für den Weg zum Flughafen Suvarnabhumi großzügig Zeit ein. Drei Stunden vor Abflug sollten es sein. Der Verkehr in Bangkok ist notorisch unberechenbar. Für die rund 30 Kilometer kommen je nach Tageszeit anderthalb Stunden zusammen.

Mein Tipp: Verbinden Sie den Skywalk mit einem ganzen Tag. Starten Sie früh im Benjakitti Forest Park. Laufen Sie mittags hinüber zum Lumphini-Park. Gönnen Sie sich am Nachmittag eine Pause. Lassen Sie den Tag dann in einer Rooftop-Bar ausklingen.

Skywalk Bangkok: Die Belohnung fürs Weiterdenken

Am Ende steht eine Erkenntnis, die weit über einen schönen Ausblick hinausreicht. Sie beschreibt den Kern meiner Arbeit. Die besten Reiseerlebnisse gehören nicht denen mit dem größten Budget. Sie gehören denen, die einen Schritt weiter denken als der Massentourismus. Der Skywalk kostet keinen Eintritt. Er verlangt nur die Bereitschaft, die Perspektive zu suchen, die andere übersehen.

Dieses Prinzip hört nicht am Boden auf. Es beginnt schon beim Flug. Die meisten Reisenden geben ein Vermögen für das Ticket aus. Und sparen dann bei den Erlebnissen vor Ort. Dabei ließe sich beides gewinnen. Für meinen Rückflug von Bangkok nach Frankfurt saß ich in der Business Class von Condor. Flach liegendes Bett, eigener Service, ein Glas Champagner über den Wolken. Bezahlt habe ich dafür 33 US-Dollar. Das ist kein Tippfehler.

Möglich wird das, weil ich mit Meilen und Punkten arbeite statt mit dem Kreditkartenlimit. Das frei werdende Geld gehört dorthin, wo Reisen wertvoll wird. In den Sonnenaufgang über den Dächern, in die Rooftop-Bar, in die Zeit. Wenn Sie erfahren möchten, wie ich für 33 Dollar in der Business Class nach Hause geflogen bin, dann klicken Sie hier.

Bangkok von oben ist am Ende mehr als eine Aussicht. Es ist eine Haltung. Suchen Sie die Perspektive, die andere übersehen. Bei der Stadt genauso wie bei der Art, sie zu bereisen. Denn dort, wo kaum jemand hinschaut, liegt fast immer das Schönste.

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Titelbild © Christoph Paulus

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Christoph Paulus ist Experte für Meilen, Punkte und Premium Travel. Sein Steckenpferd: Business- und First-Class-Flüge, die andere für unbezahlbar halten. Was nach Luxusproblem klingt, ist für ihn ein System – und gleichzeitig seine liebste Art zu reisen

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