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Von der Kaiserfestung zur spektakulären Erlebniswelt
Geschichte, die begeistert
Hoch über dem Inn thront die Festung Kufstein auf ihrem mächtigen Felsen. Wer auf dem Weg nach Tirol mit dem Zug oder Auto unterwegs ist, kennt ihre imposante Silhouette. Doch hinter den historischen Mauern verbirgt sich weit mehr als ein Relikt vergangener Zeiten. Hier treffen über 800 Jahre Geschichte auf große Konzertmomente, außergewöhnliche Klänge und stimmungsvolle Adventserlebnisse. 2026 zählt die Festung zu den neun schönsten Plätzen Österreichs und zeigt eindrucksvoll, wie lebendig Kulturerbe sein kann.
Zwischen Kaisern und Kanonen
Foto: Kufsteinerland/ofp kommunikation
Erstmals 1205 urkundlich erwähnt, war die Festung über Jahrhunderte ein strategisch bedeutender Grenzposten zwischen Bayern und Tirol. Ihre Besitzverhältnisse wechselten mehrfach. Im 14. Jahrhundert wurde sie sogar zum Brautgeschenk für die Tiroler Herzogin Margarete „Maultasch“. 1504 eroberte Kaiser Maximilian I. die Anlage und ließ sie zu einer mächtigen Wehranlage ausbauen.
Seit 1924 gehört die Festung der Stadt Kufstein. Nach einer umfassenden Revitalisierung ab den frühen 1990er-Jahren entwickelte sie sich zu einem beliebten Ausflugsziel. Heute besuchen rund 180.000 Menschen jährlich das etwa 24.000 Quadratmeter große Areal. Auf einem Rundgang führen 21 Stationen durch historische Befestigungen, Ausstellungen und geheimnisvolle Felsengänge. Auch der rund 60 Meter tiefe Frischwasserbrunnen gehört zu den eindrucksvollen Stationen.
Wo Geschichte zur Bühne wird
Foto: Kufsteinerland/Thorben Jureczko
Wo einst Soldaten Wache hielten, stehen heute Musiker auf der Bühne. Die überdachte Josefsburg bietet Platz für bis zu 4.200 Konzertgäste. Das Programm reicht von Rock und Austropop über elektronische Musik bis hin zu großen Musicalproduktionen. Auch Firmenveranstaltungen, Hochzeiten und das traditionelle Ritter-Fest finden hinter den historischen Mauern statt.
Der besondere Reiz liegt im Kontrast zwischen mittelalterlicher Architektur und modernen Erlebnissen. Die Festung ist längst nicht mehr nur ein Denkmal, sondern ein vielseitiger Veranstaltungsort mit unverwechselbarem Charakter.
Ein Klang, der weit reicht
Foto: Kufsteinerland/Johannes Scheffold
Jeden Mittag um zwölf Uhr erklingt die berühmte Heldenorgel mit ihren 4.948 Pfeifen. Ihre Musik trägt weit über die Dächer Kufsteins hinaus und ist bei günstigen Bedingungen sogar bis zur bayerischen Grenze zu hören. Die 1931 errichtete Orgel erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und heute an die Opfer von Krieg und Gewalt. Damit verbindet sie ein außergewöhnliches Musikerlebnis mit einer Botschaft des Friedens.
Advent zwischen alten Mauern
Im November und Dezember verwandelt sich die Festung in eine stimmungsvolle Weihnachtswelt. Mehr als 300 Tannen, handgebundene Kränze, Laternen und echte Kerzen tauchen die historischen Kasematten in warmes Licht. Regionale Kunsthandwerker präsentieren ihre Arbeiten, Kinder können in der Weihnachtswerkstatt kreativ werden und traditionelle Musik sorgt für besinnliche Momente.
Der Weihnachtszauber findet 2026 an den vier Adventwochenenden statt. So wird aus dem einstigen Bollwerk ein Ort der Begegnung, an dem Geschichte, Handwerk und festliche Atmosphäre zusammenkommen.
Mehr als ein Ausflugsziel
Foto: Kufsteinerland/Thorben Jureczko
Auch die Kufsteiner Altstadt mit ihren kleinen Gassen, Cafés und Geschäften liegt nur wenige Schritte entfernt. Der Inn und die nahe Bergwelt machen den Besuch zu einer abwechslungsreichen Verbindung aus Kultur, Stadtleben und Natur.
Die Festung Kufstein beweist, dass historische Orte ihre Faszination behalten, wenn sie sich weiterentwickeln. Aus einer einst umkämpften Wehranlage ist eine Erlebniswelt geworden, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Wer das nächste Mal an Kufstein vorbeikommt, sollte deshalb überlegen, einfach einmal anzuhalten.
Chefredakteurin MDL Magazin Seit über 20 Jahren arbeitet Maren-Florence Klump als Journalistin. In dieser Zeit hat sie zahlreiche Menschen interviewt, spannende Persönlichkeiten getroffen und Unternehmen auf ihren ganz unterschiedlichen Wegen begleitet. Dabei interessiert sie sich nicht nur für das Sichtbare, sondern vor allem für die Geschichten dahinter: Was treibt Menschen an? Was macht Persönlichkeiten und Unternehmen besonders? Und welche Erfahrungen und Impulse können andere daraus mitnehmen? Mit ihrer journalistischen Erfahrung, ihrer Neugier und ihrem Gespür für besondere Geschichten gestaltet Maren-Florence Klump als Chefredakteurin die redaktionelle Ausrichtung des MDL Magazins und begleitet dessen Weiterentwicklung.
