Lifestyle
Warum die Wiesn auch eine Frage des guten Geschmacks ist
Hendl, Kaiserschmarrn und die ganz eigene Welt der Festzelte
Wer auf die Wiesn geht, kommt selten nur wegen eines einzigen Gerichts. Der Hunger gehört irgendwie dazu, aber genauso wichtig ist die Frage: Wo will man eigentlich sitzen?
Denn zwischen den 17 großen und 21 kleinen Festzelten liegen kulinarisch und atmosphärisch kleine Welten. Während in einem Zelt bayerische Klassiker auf den Tisch kommen, stehen anderswo Fisch, vegetarische Gerichte, Kaffee und Kuchen oder süße Spezialitäten im Mittelpunkt. Dazu kommen Musik, Einrichtung und natürlich das ganz eigene Wiesn Publikum.
Das Festzelt entscheidet mit, was auf dem Teller landet

Foto: München Tourismus, Bernd Roemmelt
Wer Fisch liebt, landet vielleicht bei der Fischer Vroni. Wer es traditionell mag, findet in den großen Brauereifesthallen Klassiker der bayerischen Küche. Und wer einmal etwas anderes ausprobieren möchte, entdeckt auch kleinere Zelte, in denen das Essen eine ganz eigene Richtung bekommt.
Wer es klassisch mag, kommt am Hendl kaum vorbei. Die Hühnerbraterei Poschner serviert den Wiesn Klassiker bereits seit 1926 und feiert in diesem Jahr 100-jähriges Jubiläum.
2026 ist mit Bartls Flößerstadl sogar ein neues Zelt dazugekommen. Dort spielen regionale Produkte sowie Bio und Fairtrade Zutaten eine wichtige Rolle. Das Zelt greift außerdem die Geschichte der Flößerei in München und der Region auf.
Nicht jedes Zelt braucht Bier
Das zeigt sich besonders schön bei Bodos Cafézelt. Tagsüber stehen dort Kaffee, Kuchen und herzhafte Kleinigkeiten auf dem Programm. Bier gibt es dort nicht. Stattdessen wird das neue Holzfestzelt am Abend zur Cocktailbar mit Live Musik.
Und genau solche Unterschiede machen den kulinarischen Rundgang über die Wiesn spannend.
Von herzhaft bis süß

Foto: München Tourismus, Frank Bauer
Natürlich bleiben die großen Klassiker unverzichtbar. Hendl, Schweinshaxe, Würstl, Knödel, Käsespätzle und Brezen gehören für viele einfach zum Wiesnbesuch.
Aber mindestens genauso wichtig sind die kleinen Dinge zwischendurch. Eine Breze auf die Hand. Ein Stück gebrannter Mandel. Schokofrüchte. Oder später ein Kaiserschmarrn, wenn eigentlich längst kein Platz mehr ist.
Das Dessert kommt manchmal ganz von allein

Foto: München Tourismus, Christian Kasper
Manchmal ist es gar nicht der Hunger, der entscheidet, sondern der Duft.
Wer an einem Stand mit gebrannten Mandeln oder kandierten Äpfeln vorbeikommt, hat plötzlich doch noch Appetit. Und genau darin liegt ein Teil des Wiesngefühls. Man plant vielleicht ein Abendessen im Festzelt und kommt trotzdem mit einer Tüte Süßigkeiten nach Hause.
Wenn der Abend beginnt

Foto: München Tourismus Werner Boehm
Am Abend verändert sich die Wiesn noch einmal. Die Lichter leuchten, die Festzelte füllen sich und aus dem gemütlichen Wiesnbesuch wird für viele ein langer Abend mit Musik, Freunden und guter Laune.
Auch im Marstall Festzelt gehört das Essen zum Erlebnis. Doch spätestens wenn die Musik spielt und die Stimmung steigt, geht es nicht mehr nur darum, was auf dem Teller liegt. Dann wird das Essen Teil des ganzen Wiesnabends.
Chefredakteurin MDL Magazin Seit über 20 Jahren arbeitet Maren-Florence Klump als Journalistin. In dieser Zeit hat sie zahlreiche Menschen interviewt, spannende Persönlichkeiten getroffen und Unternehmen auf ihren ganz unterschiedlichen Wegen begleitet. Dabei interessiert sie sich nicht nur für das Sichtbare, sondern vor allem für die Geschichten dahinter: Was treibt Menschen an? Was macht Persönlichkeiten und Unternehmen besonders? Und welche Erfahrungen und Impulse können andere daraus mitnehmen? Mit ihrer journalistischen Erfahrung, ihrer Neugier und ihrem Gespür für besondere Geschichten gestaltet Maren-Florence Klump als Chefredakteurin die redaktionelle Ausrichtung des MDL Magazins und begleitet dessen Weiterentwicklung.

