Social-Media
Asja Mize, ©Sandra Felke

Top 100 Experten

Warum gute Teams trotzdem scheitern: Führung im Nebel

Warum gute Teams trotzdem scheitern, obwohl erfahrene Köpfe, klare Prozesse und ambitionierte Ziele vorhanden sind, zeigt sich oft erst im Alltag. Die Transformation stockt, Beschlüsse verpuffen, und was auf der Strategietagung entschieden wurde, ist drei Monate später verschwunden. Dieses Muster ist kein Einzelfall. Gallup hat es in 20 Jahren Längsschnittforschung dokumentiert: 70 Prozent der Mitarbeitenden in Unternehmen weltweit sind nicht vollständig engagiert. In Deutschland entsteht dadurch in Teams ein jährlicher Produktivitätsverlust in Milliardenhöhe.
Kein theoretischer Wert – dennoch spürbar in jeder Organisation.

Warum Teams scheitern: Was unter der Oberfläche wirkt

Warum Teams scheitern trotz klarer Prozesse und gemeinsamer Ziele

Symbolbild Teams ©Stephanie Trenz

Patrick Lencioni beschreibt in „The Five Dysfunctions of a Team“, wie Organisationen nicht an Strategie scheitern, sondern an dem, was unsichtbar bleibt. Das Eisberg-Modell trifft es präzise: Sichtbar sind Organigramme, KPIs, OKRs und Meetings. Unsichtbar sind Vertrauen, ungeschriebene Regeln, unausgesprochene Konflikte.
Die Unterseite des Eisbergs entscheidet. Nicht die Präsentation auf dem Strategietag. Genau hier zeigt sich, warum Teams scheitern: Nicht die sichtbaren Strukturen entscheiden, sondern Vertrauen, Konfliktfähigkeit und Verantwortung.

Drei Faktoren, die keine Bilanzzeile kennen

Asja Mize, ©Sandra Felke

Asja Mize, ©Sandra Felke

Psychologische Sicherheit, lernende Organisation und Eigenverantwortung tauchen in keiner GuV auf. Alle drei wirken direkt auf Performance: in Entscheidungsgeschwindigkeit, Innovationsrate, Fluktuation und dem täglichen Koordinationsaufwand.
Wo sie fehlen, entstehen laut Gallup die 142 Milliarden. Wo sie kultiviert werden, entsteht das Gegenmodel.

Lencioni spricht von einer Pyramide der Dysfunktionen: Fehlendes Vertrauen ist der Ausgangspunkt. Konfliktvermeidung folgt. Dann fehlt Commitment, dann Accountability, am Ende Ergebnisorientierung.
Jede Stufe hat einen wirtschaftlichen Preis – nicht bilanzierbar, aber real.
Der erste Schritt ist immer derselbe: ehrlich hinschauen, was unter der Wasserlinie gerade passiert. Wer verstehen will, warum Teams scheitern, muss deshalb unter die Oberfläche schauen.

Für Führungskräfte bedeutet das: Nicht noch ein weiteres Tool löst das Problem, sondern ein klarer Blick auf die Qualität der Zusammenarbeit. Erst wenn Teams aussprechen können, was tatsächlich passiert, entsteht wieder Orientierung. Genau hier lichtet sich der Nebel.
Mehr zu dem Thema hier.

Avatar-Foto

Asja Mize hat als gelernte Betriebswirtin langjährige Erfahrung mit der Beratung von mittelständischen Unternehmen im Spannungsfeld Kultur, Struktur und Strategie, als auch Leadershiptrainings zu General Management Themen.

Kommentieren

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mehr in Top 100 Experten

Das könnte Dir gefallen:

Top
Dein Erfolg in digitaler Form!
Hole dir das topaktuelle MDL Magazin als E-Paper und genieße faszinierende Inhalte. Entdecke wegweisende Ideen für dich, dein Unternehmen und deinen Lifestyle. Bei Fragen wende dich bitte an: aboservice@mdl-magazin.de