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Erschöpfung und Führung: Wenn Leistung Kraft kostet
Warum nachlassende Leistungsfähigkeit kein persönliches Versagen ist – und weshalb frühes Hinschauen zur Führungsverantwortung gehört.
Erschöpfung und Führung gehören enger zusammen, als es im Arbeitsalltag häufig sichtbar wird.
Leistungsfähigkeit lässt sich nicht selbstverständlich voraussetzen. Laut der aktuellen Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK schätzen 61 Prozent der Befragten ihr persönliches Burn-out-Risiko als moderat bis hoch ein. Ein Drittel berichtet, Burn-out bereits selbst erlebt zu haben, 40 Prozent haben entsprechende Erfahrungen bei Kolleginnen und Kollegen beobachtet.
Fünf Anzeichen, die im Führungsalltag leicht übersehen werden

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Die Konzentration lässt nach. Schlaf ist weniger erholsam. Erholungsphasen werden kürzer. Entscheidungen kosten mehr Kraft. Termine schieben sich in Zeiten, die eigentlich der Regeneration dienen sollten. Wer über Jahre gelernt hat, mit Verantwortung und Termindruck umzugehen, kann solche Veränderungen zunächst durch Erfahrung und Routine ausgleichen.
Das funktioniert eine Zeit lang. Die entscheidende Frage lautet jedoch: Wie lange?
Wenn dieselbe Leistung zunehmend mehr Kraft verlangt, ist das ein Signal. Belastung und Erholung geraten aus dem Gleichgewicht. Der Körper reagiert darauf, auch wenn Termine, Verantwortung und berufliche Anforderungen unverändert weiterlaufen.
Gerade deshalb sollte Erschöpfung nicht erst dann zum Thema werden, wenn jemand nicht mehr arbeiten kann.
Erschöpfung und Führung: Regulation statt mehr Disziplin
In Gesprächen mit Unternehmerinnen, Unternehmern und Führungskräften begegnet mir immer wieder ein ähnliches Muster: Nachlassende Leistungsfähigkeit wird zunächst als persönliches Defizit bewertet. Der erste Gedanke lautet oft, man müsse sich nur besser organisieren oder wieder mehr Energie aufbringen.
Die Konsequenz daraus ist meist noch mehr Einsatz. Früher beginnen, länger arbeiten, Pausen verkürzen und Erholung weiter nach hinten verschieben. Diese Reaktion kann die Situation eher verschärfen.
Wenn Körper und Nervensystem über längere Zeit unter hoher Belastung stehen, lässt sich das nicht dauerhaft durch zusätzliche Disziplin ausgleichen. Dann geht es um Regulation.
Schlaf, Ernährung, Bewegung und bewusste Regeneration sind keine angenehmen Ergänzungen neben der eigentlichen Arbeit. Sie gehören zu den Voraussetzungen dafür, dass Konzentration, Entscheidungsfähigkeit, Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit überhaupt erhalten bleiben. Im Führungsalltag geraten diese Grundlagen jedoch besonders schnell aus dem Blick.
Erschöpfung bei Führungskräften betrifft mehr als die eigene Gesundheit
Für Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte hat das Thema deshalb zwei Seiten. Sie gestalten Arbeitsbedingungen, Prioritäten und Erwartungen für andere. Gleichzeitig stehen viele selbst seit Jahrzehnten unter hoher Verantwortung, treffen täglich Entscheidungen und arbeiten in Kalendern, in denen Regeneration kaum vorgesehen ist.
Gerade ab der Lebensmitte lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die eigenen Ressourcen. Leistungsfähigkeit sinkt dabei nicht zwangsläufig mit dem Alter. Jahrelange hohe Belastung kann jedoch Spuren hinterlassen, wenn Erholung dauerhaft zu kurz kommt. Wie wichtig es ist, Arbeitsfähigkeit nicht erst kurz vor dem Ruhestand in den Blick zu nehmen, sondern über viele Berufsjahre hinweg zu erhalten, habe ich im Beitrag „Gesund bis zur Rente: Arbeitsfähigkeit wird zur Führungsaufgabe“ ausführlicher beschrieben.
Warum die eigene Erschöpfung auch auf das Team wirkt
Anhaltende Erschöpfung kann es erschweren, klar zu priorisieren, geduldig zu kommunizieren und auch unter Druck souverän zu entscheiden. Und wer eigene Warnsignale regelmäßig übergeht, nimmt möglicherweise auch Signale im Team später wahr.
Erschöpfung und Führung sind deshalb kaum voneinander zu trennen. Die Folgen zeigen sich nicht nur bei einer einzelnen Person, sondern wirken sich auf Kommunikation, Stimmung, Zusammenarbeit, Entscheidungen und letztlich auch auf Fehlzeiten und Fluktuation aus.
Erschöpfung früh erkennen: Was gesunde Führung leisten kann

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Wer erst reagiert, wenn sich Belastung bereits in längeren Fehlzeiten oder gesundheitlichen Problemen niederschlägt, hat wertvolle Zeit verloren. Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beschäftigt sich mit dem Phänomen des Präsentismus – also damit, dass Beschäftigte trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen zur Arbeit gehen. Das kann sowohl für die Betroffenen als auch für Unternehmen langfristige Folgen haben.
Ein früherer Blick lohnt sich – auf die eigene Energie über den Tag, die tatsächliche Erholsamkeit des Schlafs, die Konzentration auch an anspruchsvollen Tagen und die Zeit, die es braucht, sich nach intensiven Phasen wieder zu erholen. Ebenso aufschlussreich ist, ob es überhaupt noch Phasen gibt, in denen Körper und Kopf wirklich herunterfahren.
Solche Beobachtungen wirken zunächst unspektakulär. Gerade darin liegt ihr Wert: Sie machen Veränderungen sichtbar, bevor aus ersten Warnsignalen ein dauerhaftes Problem entsteht.
Dabei geht es nicht darum, jeden schlechten Tag zum Gesundheitsproblem zu erklären. Belastung gehört zum Berufsleben. Entscheidend ist vielmehr, ob auf Belastung ausreichend Regeneration folgt und ob die eigenen Ressourcen anschließend wieder zur Verfügung stehen.
Erschöpfung und gesunde Führung beginnen mit frühem Hinschauen

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Führung bedeutet nicht, Belastung vollständig zu vermeiden – das wäre weder realistisch noch sinnvoll. Wichtiger ist, Bedingungen zu schaffen, unter denen hohe Leistung nicht dauerhaft auf Kosten der Gesundheit erbracht werden muss – der eigenen ebenso wie der der Mitarbeitenden.
Wer als Führungskraft Pausen dauerhaft ignoriert, Erreichbarkeit rund um die Uhr vorlebt oder Erholung als Zeichen mangelnden Engagements bewertet, vermittelt diese Haltung auch an sein Team. Führung kann umgekehrt dazu beitragen, Belastungsgrenzen früher wahrzunehmen, offen über Überforderung zu sprechen und Gesundheit nicht erst dann zum Thema zu machen, wenn jemand ausfällt.
Darin liegt ein wichtiger Teil moderner Gesundheitskompetenz im Unternehmen. Warum Gesundheit im Unternehmen heute ganzheitlich gedacht werden muss und kein Einzelprojekt bleiben darf, habe ich in einem früheren Beitrag im MDL Magazin beschrieben.
Erschöpfung und Führung: Ein Blick lohnt sich, bevor die Kraft fehlt
Diesem Zusammenhang widme ich mich Ende Oktober ausführlicher – in einem kostenfreien Online-Format für Unternehmerinnen, Unternehmer, Führungskräfte und ihre Teams. Es geht dabei nicht um eine weitere Anleitung zur Selbstoptimierung. Im Mittelpunkt steht die Frage, woran sich früh erkennen lässt, ob die eigenen Ressourcen noch stabil sind – und welche Faktoren Leistungsfähigkeit im Alltag tatsächlich stärken. (Informationen und Anmeldung zum kostenfreien Online-Format).
Wie stabil ist Ihre Leistungsfähigkeit schon heute?
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Sigrid Strauß ist Expertin für mentale Leistungsfähigkeit und starkes Immunsystem. Sie arbeitet mit Entscheidungsträgern, für die persönliche Stabilität die Grundvoraussetzung für nachhaltigen Erfolg ist. Dabei schöpft sie aus einem einzigartigen Mix: Langjährige eigene Führungstätigkeit trifft auf fundiertes Fachwissen in der Darmgesundheit, Ernährungsberatung und Resilienz. Statt kurzfristiger Maßnahmen setzt sie auf alltagstaugliche Strukturen, die den Körper von innen stärken und den Geist für komplexe Herausforderungen klären. Ihre Botschaft: „Gesundheit ist kein privates Hobby, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Wer gesund führen will, muss die Biologie der Leistungsfähigkeit verstehen.“

