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Gesundheit entscheidet Unternehmenskultur
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Arbeit, Gesundheit und Kultur im Umbruch
Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Wirtschaftliche Unsicherheiten, gesellschaftlicher Wandel und eine permanente Informationsflut stellen Unternehmen wie Mitarbeitende gleichermaßen vor neue Herausforderungen. Für Thomas Klaholz, Unternehmensberater und Gesundheitsexperte, steht dabei eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Wie bleiben Menschen leistungsfähig, ohne ihre Gesundheit zu verlieren?
Ein Beispiel aus seiner Beratungspraxis zeigt, wie komplex Wahrnehmung im Unternehmenskontext geworden ist. Ein großer Konzern stellte Arbeitssicherheit bewusst vor Umsatz und Gewinn – eigentlich ein starkes Signal von Fürsorge und Verantwortung. Doch statt Zustimmung entstand Widerstand. Mitarbeitende interpretierten die Initiative nicht als Schutz, sondern als potenzielle Bedrohung ihrer Arbeitsplatzsicherheit.
„Die Angst, den Job zu verlieren, war größer als die Angst vor einem Arbeitsunfall“, erklärt Klaholz. Das Beispiel verdeutlicht, wie stark Kommunikation heute nicht nur informiert, sondern emotional eingeordnet werden muss – und wie sensibel Organisationen auf Veränderungen reagieren, wenn Unsicherheit im System entsteht.
Wenn Informationsflut zu Unsicherheit wird
Parallel beobachtet der Experte einen gesellschaftlichen Trend: steigende Sorgen durch permanente Medienpräsenz. In Workshops vergleicht er regelmäßig Angstempfinden mit Medienkonsum – mit einem klaren Ergebnis.
Menschen mit hohem Nachrichtenkonsum berichten deutlich häufiger von Unsicherheit und Stress. Wer hingegen stärker auf persönliche Gespräche und eigene Netzwerke setzt, erlebt die Welt oft stabiler.
Nicht Information an sich sei das Problem, sondern deren Dauerpräsenz. „Wir sind heute einer medialen Vielfalt ausgesetzt, die es vor zwanzig Jahren schlicht nicht gab“, sagt Klaholz. Entscheidend sei deshalb die Fähigkeit, bewusst mit Informationen umzugehen.
Stress beginnt mit Ehrlichkeit
Ein zentraler Bestandteil seiner Arbeit ist die Stresswahrnehmung. Führungskräfte müssten zunächst anerkennen, wenn Belastung entsteht.
„Allein zu sagen: Ich bin gerade überfordert, ist oft schon die halbe Lösung.“
Er beschreibt Gesundheit als Zusammenspiel mehrerer Ebenen: persönliche Gewohnheiten, Arbeitsbedingungen, soziale Beziehungen im Team sowie gesellschaftliche Angebote außerhalb des Unternehmens. Besonders unterschätzt werde dabei der kollegiale Austausch. Früher selbstverständliche Rituale – Gespräche nach der Schicht oder gemeinsame Pausen – gingen zunehmend verloren, obwohl sie entscheidend für mentale Stabilität seien.
Mehr als die Summe seiner Teile
Für Thomas Klaholz entsteht Unternehmensleistung nicht allein durch Strukturen, sondern durch echte Zusammenarbeit. Wenn Abteilungen ihr Wissen miteinander teilen, entstehen Synergien, die keine einzelne Einheit erreichen könnte.
Gleichzeitig kritisiert er klassische Meetingkultur. Viele Besprechungen würden Chancen verschenken, weil sie lediglich organisatorisch statt kreativ genutzt werden. „Wenn Menschen gemeinsam Zeit investieren, sollte daraus etwas Neues entstehen.“
Gesundheit als wirtschaftlicher Faktor
Unternehmen buchen seine Expertise häufig mit einem klaren Ziel: sinkende Fehlzeiten. Doch isolierte Maßnahmen wie Fitnessangebote oder Obstkörbe reichen aus seiner Sicht nicht aus. Entscheidend sei das Betriebsklima.
Mitarbeitende blieben langfristig gesund, wenn sie gern zur Arbeit kommen, offen kommunizieren können und Wertschätzung erleben. Mehr Dialog statt Kommunikation über Umwege führe nachweislich zu besserer Stimmung – und oft auch zu weniger Krankmeldungen.
Gesund älter werden als Lebensstrategie
Ein weiteres Thema seiner Arbeit ist Healthy Aging. Gesundes Altern entstehe nicht durch kurzfristige Optimierung, sondern durch langfristige Gewohnheiten. Bewegung, Ernährung, mentale Stabilität und soziale Einbindung müssten gemeinsam gedacht werden.
„Wer mit 80 fit sein möchte, braucht keine kurzfristige Diät, sondern eine Strategie fürs Leben.“
Seine Vision für die Zukunft verbindet Arbeit, Gesundheit und Menschlichkeit: weniger Extreme, mehr Bewusstsein und vor allem mehr echtes Miteinander. Denn nachhaltige Leistungsfähigkeit beginne nicht bei Kennzahlen – sondern beim Menschen selbst.
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