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Herbst in Tschechiens Felsenstädten
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Zwischen Sandstein, Sagen und goldenen Wäldern
Wenn der Herbst über Tschechiens Felsenstädte zieht, verwandeln sich die bizarren Sandsteinlandschaften in eine märchenhafte Welt. Rote und goldene Blätter leuchten zwischen hohen Felswänden, Nebel zieht durch Schluchten und über den Wäldern liegt eine besondere Stille. Was einst auf dem Grund eines urzeitlichen Meeres entstand, wirkt heute wie eine Landschaft aus einer anderen Welt – geprägt von Wasser, Wind und der Fantasie, die sich an jedem Felsen eine neue Geschichte ausdenkt.
Ob Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt, Böhmisches Paradies oder Böhmische Schweiz: Die beeindruckenden Naturkulissen im Norden Tschechiens laden zu Wanderungen zwischen Felsen, Wäldern und historischen Gemäuern ein. Und wer genau hinsieht, entdeckt überall Spuren von Sagen und Legenden.
Wo das Wasser Städte aus Stein erschuf

Das Böhmische Paradies und die Weckelsdorfer Felsenstadt im Nordosten Tschechiens
©CzechTourism/Jan Kasl
Eine der bekanntesten Felsenlandschaften Europas ist die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt. Bis zu 200 Meter hohe Sandsteinformationen ragen hier aus den Wäldern empor. Entstanden sind sie über Millionen Jahre hinweg durch die Kräfte von Wasser und Erosion. Die Fantasie der Menschen hat daraus längst ihre eigenen Geschichten gemacht: Felsformationen tragen Namen wie „Bürgermeister und seine Frau“, „Teufelsbrücke“ oder „Adlernest“.
Auf verschiedenen Rundwegen geht es durch enge Schluchten und natürliche Felslabyrinthe. Ein besonderer Höhepunkt ist der Große Wasserfall. Wer hier laut „Krakonoš“ ruft, den tschechischen Namen des sagenumwobenen Berggeistes Rübezahl, kann mit etwas Glück beobachten, wie Wasser aus 16 Metern Höhe in die Tiefe rauscht. Der Wasserfall wird durch einen Stausee reguliert, sodass der Fährmeister die Schleusen für das Schauspiel öffnet.
Am Ende des Haupt-Rundwegs wartet die Felsformation Echo. Ihr Name ist Programm: Der gegenüberliegende Kreuzberg verstärkt den Schall um ein Vielfaches.
Da die Felsenstadt geschützt werden soll und Besucherströme gelenkt werden, ist für den Besuch eine Online-Reservierung erforderlich. Besonders in der Hauptsaison können Tickets schnell vergriffen sein.
Böhmisches Paradies mit Weitblick

Pantheon als einer der eindrucksvollsten Aussichtspunkte im Böhmischen Paradies.
©Martin Bernard/CzechTourism
Nicht weniger faszinierend ist das Böhmische Paradies, der erste UNESCO-Geopark Tschechiens. Hier treffen außergewöhnliche Felsformationen auf Burgruinen, mittelalterliche Gemäuer und romantische Schlösser.
Besonders die Landschaft von Hruboskalsko begeistert mit ihren markanten Sandsteintürmen und spektakulären Aussichtspunkten über den dichten Wäldern. Wer Natur und Kultur verbinden möchte, kann seine Wanderung mit einem Besuch von Schloss Sychrov oder Schloss Münchengrätz verbinden.
Um diese einzigartige Landschaft zu bewahren, setzt die Region auf einen bewussten Umgang mit der Natur. Markierte Wege sollten nicht verlassen werden, öffentliche Verkehrsmittel können eine nachhaltige Anreise ermöglichen und auch beim Teilen von Naturerlebnissen in sozialen Medien ist Rücksicht auf sensible Landschaftsräume gefragt.
Ein Reich aus Fels und Wald

Durch den Fluss in der Edmundsklamm und der Wilden Klamm bei Hřensko in der Böhmischen Schweiz fahren Besucher mit dem Boot.
©CzechTourism/Adam Kubicek
Eine weitere spektakuläre Landschaft erwartet Besucher im Nationalpark Böhmische Schweiz. Zwischen Schluchten, Felswänden und dichten Wäldern führen Wanderwege durch eine Kulisse, die fast unwirklich erscheint.
Eines der bekanntesten Wahrzeichen ist das Prebischtor, das als größtes natürliches Sandsteintor Europas gilt. Auch einige Schluchten lassen sich nicht zu Fuß durchqueren. Dort geht es mit dem Boot über das Wasser – ein besonderes Erlebnis, das die Landschaft aus einer ganz neuen Perspektive zeigt.
Nach dem verheerenden Waldbrand von 2022 erholt sich die Region Schritt für Schritt. Gleichzeitig wird nachhaltige Mobilität gefördert. Wer mindestens zwei Nächte in der Region verbringt, kann öffentliche Verkehrsmittel kostenlos nutzen.
Die stillen Alternativen
Wer die bekannten Felsenstädte bereits besucht hat oder ruhigere Wege sucht, findet abseits der großen Namen faszinierende Alternativen. Die Braunauer Wände ergänzen die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt um eine ursprüngliche Landschaft rund um die Stadt Broumov.
Im Kokořínsko warten romantische Felsenlabyrinthe und versteckte Schluchten. Und an der böhmisch-sächsischen Grenze bieten die Tyssaer Wände eine beeindruckende Kulisse im Elbsandsteingebirge. Die bizarren Felsen waren sogar Schauplatz des Märchenfilms „Rübezahls Schatz“.
Gerade im Herbst entfalten Tschechiens Felsenstädte ihren besonderen Zauber. Wenn Nebel durch die Schluchten zieht, die Wälder in warmen Farben leuchten und die Sandsteinfelsen aus dem Herbstlaub ragen, scheint die Grenze zwischen Natur und Märchen endgültig zu verschwimmen. Eine Reise in eine Landschaft, die nicht nur Geschichten erzählt, sondern selbst wie eine wirkt.
Unsere Redaktion wird geleitet von Chefredakteur Markus Mensch, der sich schon als Redakteur für Munichs Best, dem blu Magazin und dem Leo Magazin einem Namen machen konnte. 2010 gründete er das Online-Magazin „magazine4“, welches Ende 2014 verkauft wurde. Nun sticht er mit “Monaco de Luxe” neu in See, vereint sein Netzwerk und seine Erfahrungen, um neue Ziele für seine Leser, Kunden und Partner zu erreichen.

