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Venedig-Eintritt bringt 5,4 Millionen Euro ein

Venedig testet weiter gegen Overtourism – mit Eintrittsgeld für Tagestouristen.

Bild der Seufzerbrücke in Venedig

Eine der Sehenswürdigkeiten: Die Seufzerbrücke in Venedig © pixabay

In der zweiten Testphase des neuen Besuchermanagements erzielte die Stadt rund 5,4 Millionen Euro Einnahmen. Über 720.000 Tagesgäste zahlten zwischen April und Juli Eintritt, um die Altstadt zu betreten. Das System galt an 54 ausgewählten Tagen jeweils zwischen 8.30 und 16.00 Uhr.
Je nach Buchungszeitpunkt kostete der Zugang zur Lagunenstadt 5 bis 10 Euro. Frühbucher zahlten weniger, spontane Besucher mehr. Ausnahmen gab es für Einheimische, Kinder und Übernachtungsgäste, die bereits durch die Kurtaxe zur Kasse gebeten werden. Ziel des Eintritts sei laut Stadtverwaltung nicht die Geldbeschaffung, sondern die bessere Steuerung des Besucheraufkommens in Venedig.

Overtourism in Venedig: Steuerung statt Verbote

Die Stadtverwaltung sieht das Modell als Erfolg: Mehr Einnahmen, geregeltere Besucherströme und eine höhere Planungssicherheit. Finanzstadtrat Michele Zuin betont: „Das System hat auch im zweiten Jahr funktioniert.“ Trotzdem ist der Eintritt nicht unumstritten. Zwar signalisiert er laut Befürwortern den Schutz einer fragilen Stadt, Kritiker bemängeln jedoch fehlende Besucherobergrenzen und zu viele Ausnahmen.
Zum Vergleich: Bei der ersten Testphase im Jahr 2024 wurde das Eintrittsgeld nur an 29 Tagen erhoben, maximal 5 Euro pro Ticket. Damals wurden 485.000 Besucher gezählt und 2,4 Millionen Euro eingenommen. In der aktuellen Phase stieg sowohl die Zahl der zahlenden Gäste als auch der Preis – mit fast doppelt so hohen Einnahmen.

Zudem wurden rund 2500 Bußgelder verhängt, etwa bei fehlendem Ticket. Die Stadt zeigt sich entschlossen, das System ernsthaft umzusetzen. Eine umfassende Auswertung der Daten steht allerdings noch aus.

Wird der Venedig-Eintritt 2026 Pflicht?

Touristen in Venedig

Touristen in Venedig © IMAGO-Roberto-Brancolini-ipa-agency

Ob die Eintrittsregelung auch im Jahr 2026 zur Anwendung kommt, bleibt offen. Der finanzielle Nutzen steht außer Frage, doch die Frage nach der Wirksamkeit gegen Overtourism bleibt. Denn trotz Eintrittsgeld bleiben Millionen Besucher nicht aus. In der Altstadt leben heute weniger als 50.000 Menschen – jedes Jahr kommen jedoch über 20 Millionen Touristen.
Ein Besuch in Venedig kostet nun in vielen Fällen genauso viel wie ein Kaffee auf dem Markusplatz. Doch der symbolische Wert des Tickets ist für viele entscheidender: Venedig will nicht alle ausladen – aber deutlich machen, dass ungebremster Massentourismus Konsequenzen hat.

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