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ISO-Zertifizierung – was sie mit Ihrer Kfz-Werkstatt zu tun hat

Wenn Unternehmen wachsen, neue große Kunden gewinnen möchten oder an einer Ausschreibung teilnehmen wollen, taucht häufig eine konkrete Anforderung auf: „Wir benötigen eine ISO-Zertifizierung.“

Viele Unternehmen stehen dann vor einer entscheidenden Frage: Welche Zertifizierung ist die richtige für uns? Der Markt ist groß und die Angebote sind vielfältig. Genau an dieser Stelle hilft ein einfacher Vergleich, den ich häufig nutze: Eine ISO-Zertifizierung ist im Grunde nichts anderes als der Werkstattservice für Ihr Auto.

Wenn Sie ein Fahrzeug besitzen, entscheiden Sie selbst, ob Sie in eine Vertragswerkstatt fahren oder in eine freie Werkstatt. Beide Optionen haben ihre Berechtigung – sie verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele. Genauso verhält es sich auch mit der ISO-Zertifizierung.

Die akkreditierte Zertifizierungsstelle – vergleichbar mit der Vertragswerkstatt

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©Brakeler Photo Studio S.Klanke

Akkreditierte Zertifizierungsstellen werden zusätzlich von einer übergeordneten Akkreditierungsstelle überwacht. In Deutschland ist dies beispielsweise die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS). Es ist jedoch auch möglich, eine Akkreditierungsstelle aus anderen europäischen Ländern zu wählen.

Das bedeutet: Die Zertifizierungsstelle muss sich regelmäßig überprüfen lassen und klare Vorgaben einhalten. Dazu gehören zum Beispiel feste Regeln darüber, wie viele Zertifizierungs- bzw. Audittage bei einer bestimmten Mitarbeiteranzahl vorgesehen sind, wie der Auditbericht aufgebaut sein muss.

Nach dem Audit im Unternehmen erstellt der Auditor einen Bericht. Dieser wird anschließend geprüft, bevor das Zertifikat ausgestellt werden darf. Dokumentation und Nachvollziehbarkeit spielen dabei eine große Rolle.

Man könnte diese Form der Zertifizierung mit der Vertragswerkstatt beim Auto vergleichen:
Die Abläufe sind klar geregelt, die Anforderungen hoch und die Kontrolle umfangreich. Entsprechend ist diese Variante meist kostenintensiver, da sowohl die Zertifizierungsstelle als auch die Akkreditierungsstelle beteiligt sind. Es gibt Branchen, in denen nur diese beschriebene Zertifizierung Anerkennung findet, z.B. in der Automobilbranche.

Die nicht akkreditierte Zertifizierung – vergleichbar mit der freien Werkstatt

Neben den akkreditierten Stellen gibt es auch freie Zertifizierungsstellen, die nicht von einer Akkreditierungsstelle überwacht werden.

Diese richten sich häufig an Unternehmen, die ein Qualitätsmanagementsystem vor allem als internes Führungsinstrument nutzen möchten. Für sie steht im Vordergrund, dass das System im Alltag funktioniert – weniger, dass es umfangreichen externen Kontrollmechanismen unterliegt. Da keine zusätzlichen Akkreditierungsanforderungen erfüllt werden müssen, sind diese Zertifizierungen in der Regel günstiger und weniger umfangreich.

Der Auditor entscheidet hier eigenständig, wann alle relevanten Anforderungen der Norm ausreichend geprüft wurden. Entscheidend ist, dass die sogenannten Muss-Anforderungen der jeweiligen ISO-Norm erfüllt sind, die notwendigen dokumentierten Informationen vorhanden sind, das Qualitätsmanagementsystem im Team verstanden wird und kontinuierliche Verbesserungen erkennbar sind. Vergleichbar mit der freien Werkstatt beim Auto: Der Fokus liegt darauf, dass alles funktioniert und der Wagen verkehrstauglich bleibt.

Der Weg zur Zertifizierung ist immer derselbe

Die Grundlage bleibt immer dieselbe – die jeweilige ISO-NormDer Unterschied liegt nicht im Managementsystem selbst, sondern in der Art und Weise, wie die Zertifizierung durchgeführt und überwacht wird.

Am Ende geht es deshalb nicht um „richtig“ oder „falsch“, sondern um eine bewusste Entscheidung: Wie umfangreich soll die Zertifizierung im eigenen Unternehmen sein? Welche Anforderungen stellen Kunden oder Märkte? Und welches Zertifizierungsmodell passt am besten zur eigenen Unternehmensstrategie?

Beide Varianten haben ihre Berechtigung – genau wie bei der Entscheidung zwischen Vertragswerkstatt und freier Werkstatt.

Noch eine Gemeinsamkeit: Der Service kommt regelmäßig wieder

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Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Werkstatt und Zertifizierungsstelle wird häufig übersehen: Der Service ist keine einmalige Angelegenheit. Ein Auto wird nicht einmal zur Inspektion gebracht und danach nie wieder. Auch hier gibt es regelmäßige Wartungsintervalle, damit alles weiterhin zuverlässig funktioniert.

Genauso verhält es sich mit einer ISO-Zertifizierung. Auch sie ist kein einmaliger Vorgang, sondern wird in regelmäßigen Abständen überprüft. In der Praxis laufen Zertifizierungen meist in Dreijahreszyklen. Während dieser Zeit finden jährliche Überwachungsaudits statt, bevor nach drei Jahren eine Rezertifizierung erfolgt.

Eine weitere Gemeinsamkeit: Die Zusammenarbeit ist kein Vertrag fürs Leben. So wie ein Autofahrer entscheiden kann, ob er weiterhin in seine Vertragswerkstatt fährt oder künftig eine andere Werkstatt wählt, können Unternehmen auch ihre Zertifizierungsstelle wechseln. In der Regel bestehen zwar mehrjährige Vertragslaufzeiten, doch nach Ablauf dieser Zeit kann selbstverständlich neu entschieden werden.

Viele Unternehmen nutzen diese Möglichkeit auch bewusst und prüfen in regelmäßigen Abständen, ob die aktuelle Zertifizierungsstelle noch zur eigenen Unternehmenssituation passt. Der Wechsel ist daher nichts Ungewöhnliches, sondern ein ganz normaler Bestandteil eines professionellen Zertifizierungsprozesses. Wenn du auch ein deinem bereits durchgeführten oder geplanten Zertifizierungsprozess mehr Transparenz haben möchtest, schau gerne hier rein.

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Irina Sudermann begleitet mit Sudermann Managementsysteme als deutschlandweiter Anbieter vor allem kleine Unternehmen mit bis zu 25 Mitarbeitenden bei der Einführung von Managementsystemen. „Schlank installiert – sicher zertifiziert“ beschreibt ihren Ansatz: weniger Bürokratie, mehr Klarheit – und am Ende eine sichere Zertifizierung.

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